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Planwirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft) in einer freien Republik

Mit dem Crash der HypoRealEstate, aber spätestens mit dem Crash von Opel darf man sich wieder fragen "Was läuft schief im Staate Theben?" Um Hilfe rufen lässt sich immer leicht, doch nach einem besseren Weg zu suchen, das lässt man lieber sein, weil der Wagen Deutschland schon in Sauss und Brauss in eine Richtung fährt. Lenken wäre mühsam. Trotzdem könnte ein solches Unternehmen gelenkt werden. Und vielleicht muss sogar ein mühsames Umlenken in Angriff genommen werden.

Besonders der Spiegel-Titel 09/2009 "Darf der Staat Opel retten?" und die spätere Auflösung "Er darf! Er soll! Er muss!" erzürnten mich. Denn so leidig die ganze Situation auch ist, so hat der Staat doch nicht die Aufgabe, Firmen vor dem Bankrott zu retten. Jede Rettungsaktion geht zu lasten der anderen Unternehmen und Bürger. Wir haben einen Rechtsstaat und es herrscht offiziell zumindest keine Vetterleswirtschaft.

Es hat sich gezeigt, dass neben allen Banken und Wirtschaftssystemen auf dieser Welt ein Bereich relativ ungeschoren davon kam: Islamische Banken. Die Ursache dafür liegt in der Tatsache, dass Glücksspiel in der Islamischen Welt verboten ist. In diesen Bereich fällt auch der waagehalsige Aktienmarkt. Demnach hat die verlockende Börse also maßgeblich zu der Bauchlandung verschiedener Banken beigetragen. Ich persönlich würde sogar noch viel weiter gehen und behaupten, dass ohne den Gang an die Börse Opel noch immer ein starker Autobauer wäre. Ebenso wären keine Banken in eine solche Notlage geraten, hätte man nur mit Ware/Aktien gehandelt, die man gut kennt. Unbekannte Waren sind beispielsweise Aktien von Firmen im fernen Ausland.

Bereits am 1. Februar 1637 kam es zum ersten überlieferten Börsencrash. Damals haben viele holländische Anleger in teure Tulpenzwiebel-Optionsscheine investiert, die Nachfrage nach Tulpen hielt sich in Grenzen und der Preis ging um 95 Prozent nach unten. Seither gab es viele Crashs.

Die Crash der letzten hundert Jahre:
- 24.10.1929 der Schwarze Donnerstag läutet die Weltwirtschaftskrise ein
- 19.10.1987 der Schwarze Montag; der Dow Jones stürtzt um über 20 Prozent
- Januar 1990 der japanische Leitindex Nikkei bricht um fast 50 Prozent ein
- 19.08.1991 der Putsch in Russland gegen Gorbatschow senkt den DAX um über 9 Prozent
- 1998 bringt die Russlandkrise den Aktienmarkt in Russland und Osteuropa zum sinken
- 2000 platzt die New Economy-Blase
- 11.09.2001 bringt der Einsturz des WTCs einen Börseneinsturz beim DAX von 8,5 Prozent

Doch wer glaubt, wir würden durch solche Crashs das Vertrauen in das System verlieren, der irrt. Vielleicht hängt das mit dem System selbst zusammen. Der Broker verzockt ja meist nicht sein eigenes Geld. Somit wird er belohnt, wenn er mit seinen Aktienpaketen punktet. Bestraft wird er hingegen nie. Und wenn das Bankeigentum verzockt wird, so springt der Bürger als Bürge ein. Es ist fast ein bisschen, wie mit einem Schwachsinnigen: Tut er etwas gutes, wird er belohnt, baut er Scheisse, nutzt es nichts, sich aufzuregen: Schuldunfähig = Straffrei.

Und so werden wir uns auch zukünftig die Finger verbrennen.
Es ist wie mit dem Spruch "Erst wenn der letzte Baum gerodet..." Wir müssen scheinbar alle irgendwann mit Aktien auf die Schnauze fallen. Zumindest schaffen wir so einigen Bankern/Brokern eine sicher Zukunft. Für die Anleger gibt es keine Sicherheit, Aktien sind letztlich nur Papier. Ob dieses Papier einen Wert hat, bleibt offen. Selbst wenn der Kurs steigt, so muss der Kurs mehr steigen, als das Geld an Wert (durch die Inflation) verliert.
(03/2009) Nachtrag vom 2012: Merkel mit Untertitel

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© Andy-Bayer

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