Viele Leute vergessen Wählen zu gehen. Dies kann ich gut
verstehen. Denn Ändern wird sich eh nur wenig bis garnichts.
Keiner lässt sich gerne verarschen, schon garnicht
ständig von Politikern. Nur vergisst man schnell, dass alle
Nichtwähler in einen Topf geworfen werden. Es wird nicht
geforscht, wer aus Unzufriedenheit mit der Entwicklung der
Krankenkassen oder der Sicherheitspolitik in Deutschland nicht
wählen geht. Nichtwähler unterscheidet man nicht
voneinander.
Alle, die an diesem Tag keine Zeit hatten, werden mit denen in einen
Topf geworfen, die nichts übrig für Politik haben. Ob
Du einfach vergessen hast, Wählen zu gehen, oder ob Du Dir
dabei richtig viel überlegt hast, all das interessiert hernach
nicht. Es bleibt allein die Möglichkeit, nach der Wahl egal
bei welcher Konstellation sagen zu können: "Ich hab euch nicht
gewählt!". Ähnlich verhält es sich auch mit
den "ungültig"-Wählern: keiner fragt "Sind sie nun
einfach zu dumm, einen Wahlzettel auszufüllen oder haben sie anarchie! gelesen?"
Doch um Einfluss zu nehmen ist es nach der Wahl zu spät. Da
ist der Zug schon abgefahren. Wer Einfluss nehmen will, muss
Wählen gehen. Naja, es gibt viele Gründe
Wählen zu gehen:
Sicher ist Ihnen auch schon aufgefallen,
dass eine Demokratie ohne Volksabstimmung eigentlich keine Demokratie
ist. Deswegen gibt es Vereine (wie bsw. Mehr
Demokratie), die versuchen, solchen Fehlentwicklungen zu
korrigieren. Die Volksabstimmungsgegner behaupten ja, dass das Volk zu
dumm sei, gewisse Problematiken ausreichend zu durchschauen. Dies
fällt mir angesichts der Zahl der Bildzeitungsleser auch nicht
schwer zu glauben.
Ich persönlich glaube jedoch vielmehr, dass ein sehr
erträgliches Geschäftsfeld vieler Politiker (der
Einfluss vieler Lobbyisten/Firmen) durch Volksentscheide ausgeschaltet
werden könnte. Plötzlich müssten anstatt der
Politiker die Volkszeitungen geschmiert werden... Längst haben
übrigens gewisse Blätter mit unterschiedlichsten
Institutionen (wie bsw der Bundeswehr) Koalitionen gebildet. Zeitungen
werden eben nicht über den Verkauf der Zeitung finanziert,
sondern über Werbung.
Die Freiheit, die das Internet bietet, wird von vielen Staaten
(Institutionen usw.) als Gefahr erkannt und beeinflusst. Das letzte
unabhängige, kostengünstige und neutrale Medium soll
möglichst bald schon unter dem Deckmantel der weltweiten
Sicherheit (hust: Zensur) verschwinden. Hierbei geht es längst
nicht mehr nur um "Kinderpornografie" oder "Anleitungen zum Bombenbau".