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Stimmungsmache ist Mord!
Medienhetze früher
Vor
vielen Jahren hat man Personen diskreditiert, die rote Haare hatten. Diese wurden dann auf dem Scheiterhaufen geröstet, um die Anzahl der Hexen zu reduzieren bzw zu eliminieren.
In den Sechzigern wurde bei den Studentenprotesten Stimmung gemacht. Hierbei hat ein vielgelesenes Blatt die Tatsachen derart verfälscht dargestellt, dass über die Öffentlichkeit auf die Protestierenden ein gewisser Druck ausgeübt wurde. Der harte Kern der Protestierenden zog daraufhin los, um die Zufahrt zum Druckhaus jenes Blattes zu blockieren. Später wurde es sogar in Brand gesetzt...
Ein Medienhetze-Opfer war Rudi Dutschke
1979 stirbt Rudi Dutschke an den Spätfolgen eines Anschlags. Damals (1968) fühlte sich ein "Amokläufer" dazu berufen, den aufständischen Querdenker zu erschießen. Ob der Attentäter den reisserischen Headlines der Bildzeitung folge leistet, bleibt ungewiss. Dort heisst es zu dieser Zeit jedenfalls "Wir können nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei überlassen!".
Medienhetze heute
Arbeiter gegen Arbeitslose, Deutsche gegen Ausländer/Immigranten, Arm gegen Reich, Jung gegen Alt oder vielmehr gegen Rentner - all das ist ganz normale Stimmungsmache der Medien. Anstatt sich mit respekt zu begegnen, begleiten einen dann beim Treffen mit Alten solche Hintergedanken wie "Er plündert meine Rentenkasse!". Oder wenn ein Arbeitsloser im TV gezeigt wird, der kess erzählt, dass er es garnicht einsieht, für 2,80 Euro die Stunde arbeiten zu gehen, so werden ungeahnte Hassgefühle in der Arbeiterklasse entfacht.
Doch -Hand aufs Herz- wer von uns würde für einen solchen Lohn seine Lebenszeit verkaufen?
Schnell wird vergessen, dass ein gutbezahlter Bankkaufmann den Staat mehr Geld kosten kann, als 20 Arbeitslose. Verspekuliert sich dieser, wie bei der kürzlich aufgetretenen Immobilienkriese, so muss Vater Staat als Schuldentilger einspringen.
Jede Subvention, die eine Firma vom Staat bekommt, trägt zur sogenannten "Vetterleswirtschaft" bei. Das Unfaire hierbei ist, dass das Fördern einer Firma die Benachteiligung aller anderen Firmen mit sich bringt. Wer entscheidet jetzt, welche Firma staatliche Fördermittel einstreichen darf? Doch anstatt den Politikern jetzt dafür die Leviten zu lesen, steuern diese unbehelligt Deutschland weiter.
EADS orientiert sich gen China
Neben einem Bundesland kann auch ein Staat zu einem gewissen Punkt fördern. Ebenso Europa. Nachdem der Flugzeugbauer EADS sämtliche Fördermittel eingestrichen hat, die es zur Schaffung von Arbeitsplätzen gibt, schafft die Firma schließlich Arbeitsplätze. Leider sind die Arbeitsplätze nicht in Deutschland. Die Arbeitsplätze werden mit Deutschen und Europäischen Subventionen in China geschaffen.
Wer würde je auf die Idee kommen, einen EADS-Manager als Sozialschmarotzer zu beschimpfen? Doch genau der lebt vom Geld des Staates - mehr, als so mancher Hartz-4-Empfänger. Wer würde den Politikiern je unterstellen, dass sie ihren Job nicht besonders gut ausüben? Dies macht ja eigentlich die Politiker auch zu Sozialschmarotzern - bekommen Geld für das "so tun, als ob sie wichtige Arbeit verrichten!"
Die Medien tun es jedenfalls nicht. Und weil die Menschen das Denken den Medien überlassen, ist absehbar, dass bei einer Revolution eher die Arbeiter gegen die Arbeitslosen rebellieren, als dass Arbeiter und Arbeitslose gemeinsam gegen das (Subventions-)Spiel der Politiker rebellieren.
Vielleicht ist das sogar von den Mächtigen dieses Landes so gewollt. Was für ein dreckiges Spiel das (politische) Leben doch sein kann.
(05/2008)
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