Ich selbst weiss von dieser Zeit nicht mehr wirklich viel, aber alle reden vom Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges. Nun hab ich auch den Kalten Krieg nicht wirklich mitbekommen. Dafür hab ich gehört, dass politische Querdenker in der DDR kein schönes Leben hatten. Der Staat konnte den Menschen das Leben zur Hölle machen. Die Staatsmächte bedienten sich dabei der Stasi, einem Geheimdienst, der oft zu unlauteren Methoden griff. Man spricht von Folter, bei welcher beispielsweise schlaue Köpfe von der Nachbarwohnung aus mit radioaktiver Strahlung abgeschossen wurden, um so deren Leben vorzeitig zu beenden.
Jedenfalls war der Fall der Mauer eine Befreiung für alle Bürger der DDR.
Es sollte nur all das Gute aus der DDR übernommen werden. Leider blieb es nicht nur bei Rotkäppchen-Sekt, Spreewald-Gurken und dem Sandmann.
Die Form der Überwachung, die damals in der DDR so angekreidet wurde, haben wir längst übernommen. Die über 90.000 Stasi-Mitarbeiter haben sich damals nicht in Luft aufgelöst. Sie fanden Beschäftigungen als Privatdetektive, im BND/MAD/Verfassungsschutz oder in großen Firmen und Lebensmittel-Märkten. Dort gab es einen erstaunlichen Bedarf, was geheimes Überwachungspersonal betraf.
Doch böse ist, wer etwas Böses denkt.
Sicher wurde vieles verbessert und neu entwickelt. Besonders Handy- und Internet-Spionage stellten neue Herausforderungen an technische Informations-Spezialisten. Mehr Daten werden heute mit relativ wenig Personal gespeichert und verarbeitet.
Doch jetzt bekommen auch ganz einfache Arbeitsamt-Mitarbeiter ihre Chance auf das "007 Spion-Feeling". Es wird spioniert, was das Zeug hält. Dass die guten Sitten hierbei längst über Bord geworfen wurden zeigt der Bericht hier nebenan. Alle Menschen dieser Erde: Werdet Spione!
(09/2008)