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Biblis A: RWE reicht Klage
ein
Die
Betreiberfirma des ältesten deutschen Kernkraftwerks, die RWE
Power
AG, streitet nun vor Gericht um das Recht auf fahrlässige
Körperverletzung. So könnten es zumindest die
Bürger unmittelbar um den Meiler sehen. Vordergründig
geht es nur um Ausfallszahlungen. Vor Gericht soll nun
geklärt werden, ob ein Konzern perse das Recht hat, die
Gesundheit der Bürger zu gefährden.
Seit 26.02.1975 läuft in Biblis das AKW mit mittlerweile
insgesamt zwei Blöcken. Zwei weitere Blöcke kamen
nicht über das Planungs-Stadium hinaus. Block A wurde wegen
dem Muratorium wegen dem bislang spektakulärsten Zwischenfall
in Japan abgeschaltet. Wegen festgestellter sicherheitstechnischer
Probleme sollte es bereits 1997 zu einer Stilllegung von Biblis A
kommen. Damals erzwang die hessische Landesregierung eine Stilllegung,
die per bundesaufsichtlicher Weisung ausgehebelt oder weggezaubert
wurde. Die Atomlobby funktioniert eben besser auf
Bundesebene.

So verwundert es auch nicht, dass die beschlossene
Restlaufzeiten im Herbst 2010 von der CDU
großzügig verlängert wurden. "Dem Deutschen
Volke" wollte die Regierung so womöglich verdeutlichen, dass
die Atomkraft in Deutschland tief im christlichen Abendland verankert
sein
muss. Wahrscheinlich hat Moses mit Hilfe eines Atom-U-Bootes seinerzeit
die Meermassen überwunden. Und vielleicht sieht es die CDU ja
auch als Privileg an, von dieser Welt bereits etwas früher
gehen
zu dürfen, denn das Leben wird über die atomare
Strahlung und
damit
verbundene Krankheiten bisweilen stark verkürzt.
Die letzten Jahre gab es viel, was von Energie-Riesen und CDU gemeinsam
an Geschichte geschrieben
wurde. Zuletzt der Rückkauf von EnBW, welchen Mappus im
Alleingang für 4,7 Milliarden tätigte. Damit ist
seine Zukunft als Berater bei EnBW vermutlich auch abgesichert.
Dennoch frage ich mich, wie ein
einzelner Ministerpräsident so viel Geld verpulvern
kann?
Eines ist
damit sicher: Die
Atomkraft in Deutschland hat noch nie zuvor so
"christlich" gestrahlt.
Das strahlende Lächeln von Mappus ist dank der Wahl etwas
verflogen. Dennoch ärgerte sich auch der Finanzminister der
CDU, Willi Stächele, über den Alleingang Mappus.
Ein Glück haben wir jetzt Winfried Superkretschmann! Anstatt
jetzt jedoch nur zuzusehen, wie EnBW mit einer Klage versucht, auf
unser
aller Gesundheitsrisiko hin weiterhin Geld mit Biblis A zu machen,
sollten die Grünen ebenfalls eine Klage einreichen: "Millionenfache leichtfertig in
Kauf genommene
Gesundheitsgefährdung mit Todesfolge"
wäre einer der
Anklagepunkte. Denn bereits unter perfekten
Betriebsbedingungen leiten Kernkraftwerke über Abluft und
Abwasser geringe Mengen radioaktiver Stoffe ab. Diese radioaktiven
Stoffe sind mit ein Grund dafür, dass bereits Kinder an
Gehirntumoren und Leukämie erkranken.
Dass es in Biblis nicht nur "perfekte Betriebsbedingungen" gab, ist
hoffentlich jedem klar. Dennoch werden
außerplanmäßige
Abschaltungen/Störungen als Betriebsgeheimnis vertuscht. Das
Volk wird geradezu verheitzt. Und da passt das Bild aus Japan wunderbar
in das Bildergewirr, welches mir aus den Simpsons-Folgen in meinem Kopf
herumschwirrt: Der Chef ist weit entfernt und lässt
sich
wegen Bluthochdruck in einer schicken Klinik durchkneten. Sein ihn
vertretender Presse-Sprecher rettet sich von einem Tag zum
Nächsten. Gelichzeitig werden die Angestellten an den HotSpot
geschickt. Und während die Angestellten dort dem Strahlentod
ins Auge sehen,
überlegen die Manager und Berater fernab des Geschehens,
welchen Abschiedsgruß der Grabkranz tragen soll...
Vielleicht sollten wir noch behutsamer mit
gewissen Ressourcen und Techniken umgehen. Vielleicht sollten wir alle
öfters The
Simpsons schauen.
(04/2011)
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