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Patente - die Ölquelle der Gegenwart

Mit meinem Antrag auf das Sonnenlichtpatent wollte ich auf überdrehte Weise zeigen, wie weit dieser Patent-Kram geht, wenn sich Firmen gewisse Farben schützen lassen. Im medizinischen Bereich verstehe ich zwar das Anliegen, dass man so versucht, die für Forschung und Entwicklung eines Medikamentes benötigten Gelder wieder hereinzubekommen. Noch besser verstehe ich aber Länder, die sagen, dass die Gesundheit der Bevölkerung nicht durch den Schutz von Patenten in Mitleidenschaft gezogen werden darf. Der Mensch und seine Gesundheit hat in Brasilien beispielsweise Vorrang vor dem Schutz von medizinischen Patenten.

Und trotzdem werden immer mehr fragwürdige Patente vergeben. So wurden in diesem Jahr einem Monsanto nahestehenden Unternehmen (Newsham Choice Genetics) ein Patent vergeben, welches die Schweinezucht stark beeinflussen dürfte. Das Patent sichert und schützt Gene, wie sie bei allen gängigen Schweinen vorkommen. Gelten soll das Patent, welches in Europa die Bezeichnung EP 1651 777 trägt, in 160 Ländern (USA, Europa, China, Russland, Australien).


Wohin wird das alles führen?
Das unbeschwerte Leben gehört bald der Vergangenheit an. Zukünftig werden Neugebohrene eine Strafanzeige bekommen, weil sie sich der unerlaubten Nutzung eines Gasgemisches verschuldet haben, welches die Bezeichnung "Luft" trägt. Denn die spezielle Mischung aus Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff ist dann längst von einem windigen Großunternehmen in Form eines Patents geschützt.

Erwachsene müssen dafür bezahlen, das Gasgemisch mit der Bezeichnung "Luft" regelmäßig einatmen zu dürfen. Sportler, die ja vielmehr Luft verbrauchen, zahlen eine Sondersteuer. Wasser einfach abkochen und als Tee oder Kaffee zu trinken wird mit Gebühren einhergehen, die über verschiedenste Patente geregelt sind.

Und dabei könnten wir es so einfach haben. Der Mensch ist seines Unglückes Schmied. Es bedarf starken Persönlichkeiten, die sich nicht schmieren lassen, dass es zu einer Gesetzgebung kommen kann, die derartige Auswüchse unterbindet. So lange es Einzelpersonen gibt, die für die Gesetzgebung und für die Führung eines ganzen Staates zuständig sind, wird es Bestechung und Beeinflussungen geben, die zu Gunsten einiger Großkonzerne geht.

Die Lösung hierfür kommt aus der Schweiz. Dort wird der Grundsatz "Alle Macht geht vom Volke aus" besser umgesetzt. Wie das geht? Mit Volksentscheiden.
(Quelle: Greenpeace u.v.A.)
(08/2008)



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