Moral und so
Das Leben ist voller ungewisser Dinge: Bekomme ich Rente?
Gibt es eine so starke Inflation, dass die Rente später
jeden Rentner so arm werden lässt, dass er mit Sozialgeld
besser dran ist? Ungewissheit pur. Diese Ungewissheit ändert
sich auch nicht, wenn wir nach dem genauen Zeitpunkt des Todes
suchen. Einzig dann scheint der Tod zeitlich einplanbar, wenn
es sich um Mord oder Selbstmord handelt.
"Du sollst nicht töten!" ist eine göttliche
Bitte, die auf dieser Welt täglich gebrochen wird. Da
schafft das Grundgesetz auch keine Abhilfe. Einige Menschen
lassen sich einfach nicht davon abhalten, was die gewaltsame
Herbeiführung des Todes betrifft.
Jeder Soldat muss ja auf Befehl in den Krieg ziehen
und dort ohne Skrupel töten können. Das Gewissen
des Soldaten ist von jeglichem Ballast befreit, weil er ja
nicht selbst entscheiden darf. Es werden nur Befehle ausgeführt.
Die Entscheidung, ob es einen militärischen Einsatz gibt,
treffen Politiker. Zudem weiss jeder Soldat, dass wenn er
selbst nicht in den Krieg zieht, an seiner Stelle ein anderer
Kamerad in den Krieg ziehen wird. Durch ein standhaftes "Nein,
ich ziehe nicht in den Krieg!" würde sich also eh
nichts ändern. Das weiss zumindest jeder ordentliche
Soldat.
So mancher Zivilist tötet auch. Während die Kirche
es im Unklaren lässt, ob der Satz "Du sollst nicht
töten!" auch auf Tiere angewendet werden soll, ist
das Grundgesetz da eindeutig. Der Schlachter tut den ganzen
Tag nichts anderes, als Kühe und Schweine ins Jenseits
zu befördern und hernach zum Ausbluten aufschlitzen und
aufhängen. Er gilt als "normal". Ein Mann,
der zwei Pferde aus einem mir unbekannten Drang mit einer
Lanze absticht, gilt als grausamer Psychopath. Und doch töten
beide Menschen aus "niederen Beweggründen"
irgendwelche Tiere. Der Schlachter aus Geldgier und aus Trieb
der Psychopath.
Nun frage ich mich welcher dieser beiden Menschen hat sich
grausamer verhalten? Wer hat mehr Tiere getötet? Hat
der Schlachter nicht 1000 Mal mehr Tiere auf dem Gewissen?
Ist der psychisch labile Mensch überhaupt schuldfähig?
Wird hier gerade ein ganzer Berufszweig (Schlachter) zum Mörder
erklärt?
Da ein Schlachter ja nicht nur für seinen eigenen Bedarf
tötet, ist jeder Konsument von Fleisch und Wurstwaren
ein kleines bisschen am Tun des Schlachters beteiligt. Und
so mancher "Tierschützer" muss sich eingestehen,
dass er schon mehr Tiere mitgetötet und verspeist hat,
als er geschützt oder gar gerettet hat. Aber trotzdem
werden sich diese Menschen weiter mit stolz geschwellter Brust
an den Tisch setzen und ohne schlechtes Gewissen Wiener Schnitzel
mit Pommes essen und dabei behaupten, dass sie Tierliebhaber
und Tierschützer sind.
Es ist also die Moral, die einen Schlachter nicht zum Massenmörder
werden lässt. Die Moral macht den aus Trieb tötenden
Menschen zum Psychopathen. Und die Moral lässt es zu,
dass ein Tierschützer und ein Fleischkonsument ein und
dieselbe Person sein können.
Was für seltsame moralische Werte haben wir hier auf
diesem Planeten nur.
<Andy im Februar 2006>

Die Jagt eines Staates auf angebliche Terroristen
Ich verstehe nicht viel von der
Jagt. Auch vom Krieg habe ich keinerlei Selbsterfahrung vorzuweisen.
Aber wenn ein ganzes Land voller Hass auf die WTC-Attentäter
nach Rache schreit, so müsste es sich um einen Rechtsstaat
handeln, damit es da zu keinen Entgleisungen und Kurzschlussreaktionen
kommt.
Die Idee mit Bomben nach Terroristen zu jagen halte ich für
eine solche Kurzschlussreaktion. Da wird ein Mensch zum Tod
verurteilt, ohne jemals Gehör bekommen zu haben. Gewöhnlich
muss bei einer Hinrichtung die verbrecherische Tat dem Verbrecher
zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dies interessiert die USA
im Kampf gegen den Terror leider wenig. Es geht scheinbar
nicht um Gerechtigkeit.
Muss es ja auch nicht, denn nur ein Rechtsstaat hat den Anspruch
an sich nach Recht und Ordnung vorzugehen. Ein Rechtsstaat
muss die Grundrechte gewahren. Dazu muss auch jeder Rechtsstaat
eine Gewaltenteilung einhalten. Für diejenigen, die jetzt
nicht genau wissen, was Gewaltenteilung ist: die Exekutive
(die vollziehende Gewalt, meist schwer bewaffnet) muss von
der Legislative (den Gesetzgebern) und von der Judikative
(den Rechtsversprechern) möglichst getrennt sein. Aber
wir kennen all die Gnadengesuche der Verurteilten, wo dann
plötzlich Politiker in die fragwürdige Rechtssprechung
eingreifen dürfen. Das ist alles ein Hinweis darauf,
dass die USA kein Rechtsstaat sein kann.
Guantanamo Bay, Abu Ghureib und all die mir bislang noch unbekannten
Folterkeller würde es in einem Rechtsstaat nicht geben.
Gut, diese Orte befinden sich jenseits der USA, aber wer sie
in Betrieb hat, ist eindeutig. Folter ist
übrigens dieser Teil der Wahrheitsfindung, bei welcher
jeder irgendwann jedes Verbrechen gesteht, da der Tod (Todesstrafe)
eine Erlösung sein wird, wenn die Folterknechte mit dir
fertig sind. Somit können die Insassen je nach bedarf
verurteilt werden, da sie ja sehr "geständig"
sind.
Jedenfalls versucht die USA Terroristen mit Bomben zu fangen.
Dies kostete am Freitag den 13. Januar 2005 17 Menschen das
Leben. Das eigentliche Ziel war Aiman al-Sawahiri, aber jetzt
sind eben 17 andere Menschen getötet worden. Die USA
muss ja so handeln, denn sie befinden sich im Krieg gegen
den Terror. Und wenn im Krieg keine Bomben fallen würden,
dann wäre nicht nur die Rüstungsindustrie sauer.
Auch das US-Volk will ja Taten sehen. Taten und viel Rauch.
Aber wenn Amerika all die Terroristen weltweit garantiert
erledigen will, dann muss sie noch etwas brutaler vorgehen.
Also da müssten ungefähr 30 Atombomben fallen und
zwar sechs davon über Europa und den Rest einfach Richtung
China verstreuen. Gut, manch Fischer würde jetzt sagen:
Man geht nicht mit Dynamit fischen! Nur wo
ist der gute Fischer hin?
Es ist die falsche Wahl der Waffen und die falsche
Taktik.
Verbrechern muss nach der Gefangennahme durch einen Prozess
nachgewiesen werden, dass sie schuldig sind. Dann erst dürfen
sie verurteilt werden. Nicht einfach abknallen oder wegbomben.
Diese Reihenfolge ist für einen Rechtsstaat wichtig.
Was die freie Meinungsäußerung in der USA angeht,
so verweigere ich hierzu meine Aussage. Auch Behauptungen,
dass die Steuerprüfer jeden kriegskritischen oder Bush-kritischen
Sender so lange auf den Kopf stellen, bis der Sender schließlich
zu machen kann, halte ich für schlichtweg unmöglich.
Denn diese Methoden würden ja sehr an die NSDAP-Zeiten
erinnern. Damals wurden alle politischen Gegner kriminalisiert
und ins KZ gesteckt.
Gut, dass es heute keine KZs mehr gibt, die in Betrieb sind.
Und wieso ich jetzt gerade an Cuba denken musste, versteh
ich auch nicht...
<Andy im Januar 2006>

Der BND war im Krieg!
Ha, da sagt der Schröder stolz, dass wir nicht mit der
USA in den Irak-Krieg ziehen werden, dabei sind wir schon
lange dort und zeigen den US-Soldiers, wo sie ihre Bomben
am Besten platzieren können. Ich bin zutiefst geschockt.
Also wir müssen dringend besser bescheid wissen, was
der BND denn so den lieben langen Tag treibt. Nicht, dass
der deutsche Bundesnachrichtendienst einfach für's Ausland
arbeitet. Denn dafür sind die BNDler ja nicht da. Die
sollen für landeseigene Zwecke herumspionieren.
Und weil die Polizei für die Überwachung des BNDs
einfach nicht gemacht ist, brauchen wir schnellstens eine
neue Spezialeinheit. Spezial-Spionierer für die Spione.
Das ist nicht nur deren Job, sondern auch schon ein passender
Name. SSS - Spezial-Spionierer für die Spione.
Allerdings brauchen wir für diesen Verein besser auch
noch eine Überwachungseinheit. Denn wir erinnern uns
mit großem Grauen an die Helden der SS, die ja soo unmenschlich
waren, dass selbst die Sachbearbeiter von den Ämtern
zu Lämmern werden würden, würde man diese zusammen
in denselben Knast sperren. Schöne Vorstellung, aber
ich will jetzt nicht weiters vom Thema abschweifen.
Für die SSS (die Spezial-Spionierer für die Spione)
brauchen wir eine Supervisor-Crew. Und weil ich schrecklich
unkreativ bin, nehmen wir doch einfach SC für Supervisor-Crew.
Und weil wir aus der Geschichte wissen, dass die Supervisors
die absolut schrecklichsten Charakterzüge an den Tag
legen können, sollten diese Menschen ganz besonders gut
überwacht werden.
Ich habe lange überlegt, wie man diese Menschen wohl
überwachen könnte, bin aber noch zu keinem Ergebnis
gekommen. Aber vielleicht sollte man eine extrem geheime SCSSSE
- Supervisor-Crew-Spezial-Spionierer-Spion-Einheit ins Leben
rufen. Dann wäre man zwar noch nicht auf der sicheren
Seite, was diese Einheit selbst angeht, dafür hätte
man aber alle sich in der Nahrungskette darunter befindenden
Einheiten überwacht.
Naja, kurz hab ich auch darüber nachgedacht, dass man
den BND einfach abschaffen könnte. Aber so einfach wollen
wir es uns ja auch nicht machen, oder?
<Andy grübelt am 18. Januar 2006>

Willkommen im Jahr 2006!
Das neue Jahr hat begonnen,
und zwar genau da, als das alte Jahr vorbei war.
So ein irrsinniges Glück. Überlege man,
was alles hätte passieren können, wenn es nicht
so nahtlos ineinander übergegangen wäre. Dann wären
wir vielleicht in ein Schwarzes Loch gefallen? Zumindest aber
hätten wir Stromausfall gehabt.
Damit wir in Deutschland zukünftig keinen Stromausfall
haben, will die CDU weiter auf Atomkraft bauen. Die SPD hat
ja bereits im Jahr 2000 die Restlaufzeiten festgelegt, welche
jetzt von der CDU "korrigiert" werden müssen.
Und mit Argumenten dagegen schaut es echt schlecht aus, denn
Radioaktivität schmeckt man nicht, riecht man nicht und
sehen tut man sie auch nicht. Wie soll da jemals einer von
dieser Partei darauf aufmerksam werden, dass dieses
Zeug ungesund ist?
Die Verbindung von Fahruntüchtigkeit und Alkoholkonsum
wurde ja bereits hergestellt. Vielleicht schafft es die Union
auch noch, von Leukämie zum AKW eine Verbindung zu ziehen.
Ursache und Wirkung - eigentlich total einfach. Aber irgendwie
sind wir "back to the eighties". Denn diese Diskussion
über "Atomkraft - Nein Danke!" hatten wir doch
schon einmal. Nein, eigentlich müssen wir sogar noch
weiter zurück, denn dieses Thema gab's auch schon Ende
der sechziger Jahre.
Danke CDU.
Bush führt seinen Öl-Raubzug ungestört weiter
und trampelt auf Gesetzen herum, wie es sich höchstens
einem Steinzeitmenschen geziemt. Scheinbar kann ihn keiner
stoppen. Auch dies ist ein Schritt zurück. Bald sind
wir wieder in der Urzeit angelangt. Besser wir lernen wieder
auf hohlen Baumstämmen zu trommeln...
"Back to the Future!" muss neu verfilmt werden -
leider.
"Back to the Past!" - was ein toller Titel ;-(
<Andy versucht Anfang Januar 2006 nachzudenken>

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Ein Weihnachtslied von mir für Euch:
Die Zeit ist gekommen, die Menschen flippen aus
Kein Parkplatz zu bekommen, das gute Geld muss raus
Ein Tanz in den Warenhäusern, Elbow-checks gehörn
dazu
Nur ich bin ein Weihnachtsmuffel, also lass mich einfach
in Ruh'.
Alle rennen wie Bekloppte, vom Breuninger ins C&A
Doch Ihr könnt' den Weg Euch sparen, ich war nachts
schon einmal da
Auch der Kaufhof ist geplündert, alles Gute ist
längst weg
Ich hab alles fett gebunkert in meinem Geheimversteck.
(Andy dichtet im Dezember 2005) |
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