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Menschlichkeit


Viele von Ihnen sind sicher schon einmal als "Mensch" bezeichnet worden. Doch sind Sie auch menschlich?

Alle Menschen machen Fehler. Wenn Sie also auch schon einmal einen Fehler gemacht haben, dann ist das ein Hinweis darauf, dass Sie vielleicht ein Mensch sind. Typpisch für fast alle Menschen ist jedoch, dass man sich seine Fehler nicht eingesteht. Also wenn Sie eben festgestellt haben, dass Sie eh nie einen Fehler machen, so ist das ebenfalls ein Hinweis darauf, dass Sie ein Mensch sein könnten.

Mit dem Ausdruck "menschlich" verbinden wir jedoch nicht nur typpisch menschliche Faktoren. Dies ist auch die Bezeichnung für nettes und freundliches Verhalten. Dieses Verhalten steht aber geradezu im Kontrast zu den Faktoren, die uns beruflich voran bringen. Hier zählt Sparsamkeit und Gemeinheit (Ellbogen-Mentalität). Trotzdem versuchen fast alle Menschen beruflich eine möglichst große Karriere hinzulegen. Das eigentliche "Mensch sein" im Sinne von "menschlich sein" im Sinne von "freundlich zu Allen sein" bleibt dabei früh auf der Strecke.

Als Beispiel könnte hier das Kreditwesen der Banken aufgezählt werden, wo aus den Nöten der Menschen Kapital geschlagen werden soll. Oder in der Textilbranche: wer möglichst kostengünstig Produziert, der bekommt die meisten Kunden und den größten Gewinn. Wenn hierbei indische Näherinnen ausgebeutet und geschlagen werden, so geschieht dies außerhalb des sichtbaren Horizontes. Geld schafft Anerkennung. Wie ein wohlhabender Mensch zu seinem Reichtum kam wird meist nicht hinterfragt. Unzählige weitere Beispiele könnten hier genannt werden...

Eine ganze menge Menschen wissen genau, welches Spiel sie da treiben. Dennoch lassen sie sich nicht davon abbringen. Dies ist dem Gesellschaftsdruck zu verdanken. Er sorgt dafür, dass die "unmenschlichen" Menschen Anerkennung finden und die nicht nach Geld strebenden Menschen diskriminiert und belächelt werden. Dies ist übrigens derselbe Gesellschaftsdruck, der Menschen dazu anspornt, etwas zu tun, worauf sie eigentlich (hoffentlich) keine Lust haben. Die Folgen davon sind neben Mobbing besonders Burn-Outs.

"Niedere Beweggründe" wirft man einem Räuber vor, wenn er aus Habgier ein Menschenleben gefährdet. Genau das werfe ich aber allen geldgierigen Menschen vor, die vom Pfade des respektvollen Miteinanders abgekommen sind. Deswegen sollten sich alle Menschen hier einmal überlegen, was sie tun würden, wenn sie für ihre berufliche Tätigkeit kein Geld bekämen. Wer würde sich da noch in seinem Berufsfeld aufhalten?

Das ist der Teil, wo ich mich mit meiner Website einmal lobend erwähnen muss: Für den Stuss, den ich hier schreibe, bekomme ich kein Geld, trotzdem hat es irgendwie mit Mediengestaltung zu tun. Und Spaß macht mir das Ganze auch noch.
Was ein gemeines Ding dieses Glück doch ist. Denn nach meiner Definition kann ein Bettler genauso glücklich sein wie ein Millionär. Wer jedoch keine Lust auf eine Gesellschaft hat, in welcher der asozialste "Elbow-Checker" belohnt wird, dem bleibt oft nur noch der Ausstieg aus dieser Gesellschaft.

Dennoch spiele auch ich Lotto und hoffe darauf, dass ich gewinne. Und auch ich würde für eine Million fast alle meine guten Sitten vergessen. Aber viele vergessen ihre guten Sitten für monatliche 1.500,- Euro netto. Damit verkauft man sich und seinen unter Umständen guten Charakter viel zu billig. Natürlich gibt es auch von Natur aus asoziale Menschen, aber doch bitte nicht so viele, wie es den Anschein hat...

Coolness ist unbezahlbar und macht den Menschen individuell.

Viele Philosophen glauben, dass sich die Menschen durch ihre "Menschlichkeit" vom niederen Tier unterscheiden. Und viele Menschen verwenden dies als Argument, um gegen die genetische Nähe, die die Wissenschaft zwischen Mensch und Tier schafft, zu kämpfen. Denn die Wissenschaft macht uns Menschen gewisser Maßen zu Affen mit einem Gen-Defekt. Geht es hingegen nach den meisten Menschen, so sind wir die Gold-Krönung der Schöpfung und stehen weit über den übrigen Lebewesen. Doch stehen die Menschen wirklich so weit über den Tieren?

Sicher sind die Menschen ganz anders, wie die Tiere: Der Mensch kann an Land auf zwei Beinen gehen und rennen, im Wasser schwimmen und tauchen und für eine kurze Zeit sogar fliegen bzw. springen. Gut, all diese Fähigkeiten werden von einer einfachen Ente ebenfalls vollbracht. Dafür können wir räumlich sehen. Aber auch darin sind wir als Lebewesen nicht allein. Denkt man an die Sehkraft einer Fledermaus, so kommt man ins Grübeln, ob deren Seh-System besonders bei Dunkelheit nicht vielleicht viel besser ist.

Aber "Reden" ist typpisch Menschlich. Dumm, dass wir jetzt herausgefunden haben, dass Delphine untereinander auch kommunizieren - sogar mit fremden Delphinarten. Schaut man sich den Globus an, so erscheint die Sprachbarriere für den Menschen nahezu unüberwindbar. Nur mit einem Studium lassen sich sprachliche Brücken von Europa nach China bauen. Lediglich Englisch lässt sich für jeden Arbeiter erlernen, egal ob er nun am Fliesband arbeitet, oder im Lager oder sonstewo. Allein gewisse Politiker sind davon ausgenommen...

Aber bei der Nahrung gibt es unterschiede: schaut man sich eine Schlange an, die ein noch zappelndes Kaninchen hinunterwürgt, so erscheint der Mensch mit seinem Besteck geradezu vornehm und kultiviert. Und dennoch ist gerade hier kein Tier so grausam, wie der Mensch. Dank der indoktrinierten Profitgier stopft der Mensch Hühner, Schweine und Kühe auf engsten Raum in Hallen. Dort werden die Tiere auf unmenschlichste und nicht unbedingt tiergerechte Art und Weise gemästet, zerlegt und tiefgefroren. Kein Tier quält ein anderes Tier aus Geldgier. Solche "niederen Beweggründe" scheint es nur unter Menschen zu geben.

Gut, eine Katze spielt mit einer gefangenen Maus, bevor sie diese verspeist. Dennoch ist dies ein einzelnes Tier, welches ein anderes frisst. Kein Mensch frisst eine komplette Fabrikhalle voll Viecher - zumindest nicht auf ein Mal. Profitgier lässt uns Menschen zu Monstern werden. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn ich jetzt auch noch auf die Waffenproduktion, Giftgaseinsätze oder Foltergefängnisse eingehen würde. Von den Kriegen mal ganz abgesehen.

Sind nun etwa Tiere "menschlicher" als die Menschen selbst?

Ich waage mir hierzu kein Urteil, bin ich doch gerade einmal gut 25 Jahre auf dieser Welt.
Dennoch gibt es einige Dinge, die Tiere im Gegensatz zum Menschen nicht können: Hier muss jegliche Form von Kunst erwähnt werden: ob Musik, Film, Romane, Bildhauerei, Buchdruck, Malerei und Dichtung. Zu dieser Kunst zähle ich auch die Forschung, Erfindung und Entwicklung, sowie alle Sportarten. Naja, lediglich das "Gehen" ist meiner Meinung nach keine Sportart, die zu diesen Künsten gezählt werden muss...
(03/2010)

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© Andy-Bayer

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