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Bedingungsloses Grundeinkommen - unerreichbar fern?
Auf der Suche nach einem möglichst fairen und perfekten System landet Jeder über kurz oder lang beim Bedingungslosen Grundeinkommen. Dabei werden die Nöte und gesellschaftlichen Pflichten mit einem neuen stark vereinfachten Steuersystem zusammen gebracht.
Alle Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Sozialgeld, Rente, Bafög, Kindergeld) werden von eben diesem Grundeinkommen ersetzt. Die Finanzierung soll mit dem Stopfen von Steuerschlupflöchern (auch Abschreibungsstopp) und mit einer Anhebung der Mehrwertsteuer auf 24 bis 30% funktionieren.
Dank Abschreibungen und anderer Tricks senken Unternehmen oft den Steuersatz auf unter 10%.
Aber auch staatliche Subvention zur Schaffung neuer Arbeitsplätze könnte eingespart werden. Denn der Wirtschaftsstandort Deutschland wäre durch deutlich geringere Lohnnebenkosten überaus attraktiv. Weil im Prinzip jeder Mensch genug zum Leben hat, könnte sogar der Lohn in manchen Firmen gesenkt werden. Hartz-4-Empfänger, die 400.- Euro-Jobs oder gar 1-Euro-Jobs nachgehen, erhalten ihr bedingungsloses Grundeinkommen und können nicht zu irgendeiner Arbeit gezwungen werden. Erst wenn die Bezahlung der Arbeit entspricht, geht man das Arbeitsverhältnis ein. Eine Mindestlohn-Debatte kann man sich damit sparen.
Die Freiheit ein Arbeitsangebot sanktionsfrei ablehnen zu können wäre ein Weg zurück zu den Grundrechten (GG eigentlich Art. 1 bis einschl. Art. 19). Brasilien und Namibia sind Vorreiter beim Erproben solcher Systeme. Doch auch die Schweiz und Neuseeland zeigen sich sehr interessiert und aufgeschlossen gegenüber diesem Grundeinkommen. Hart treffen würde es all jene Chefs, die ihre Firmen auf ausbeuterische Verträge gebaut haben. Ebenfalls würde es Bewerbungsgespräche unter dem Schreibtisch des Chefs/Einstellungs-/Abteilungsleiters mit einem Mal nicht mehr geben. Wer einen stressigen Job machen würde, wäre am Abend nicht nur todmüde, sondern auch entsprechend belohnt.
Gegner des Grundeinkommens bezweifeln, dass die Menschen dennoch arbeiten gehen würden, wenn sie es nicht müssten. Ebenso bezweifeln sie, dass die Menschen genug ehrgeiz hätten, trotzdem ein Studium auf sich zu nehmen und etwas aus sich zu machen. Doch all diesen Zweiflern kann Entwarnung gegeben werden. Schon in den 1970ern gab es den ersten Test (Mincome), der genau diese Frage beantwortet. Es war nicht der letzte Test. Der natürliche Neid/Ehrgeiz/Antrieb, welcher einen dazu bringt, etwas besser sein zu wollen als der Nachbar, reicht wohl aus. Im regionalen Sport bsw. geht es noch nicht um Geld: auch da funktioniert der Wille besser sein zu wollen.
Das unglaublich FAIRE an diesem System ist, dass der Mensch nur mit einem angemessenen Lohn dazu verleitet wird, einer Arbeit nachzugehen. Kein Mensch könnte vom Amt zu irgend einer Arbeit gezwungen werden. Freiheit, Gleichheit und respektvoller Umgang im Berufsleben - das wäre ein Weg. Mobbing könnte nicht effektiver bekämpft werden. Psychische Krankheiten, die durch gesellschaftlichen Druck und Zukunftsangst entstehen, könnten so eingedämmt werden. Und das aller wichtigste: Jeder könnte seinen Beruf frei wählen! Plötzlich könnte der Beruf sogar Spass machen.
Warum wird ein so vernünftiges und mit vielen Vorteilen versehenes System nicht umgehend Eingeführt?
Die Macht der Industrie würde mit der Einführung eines Grundeinkommens hart eingeschränkt werden. Ein Ausbeutungsstopp ist nicht im Sinne der Wirtschaftsbosse. Angemessene Löhne sollen auch in Zukunft ein Traum bleiben. Und weil sich die Politiker meist in namhaften Aufsichtsräten ein schmales Zubrot verdienen, müssten sie praktisch entgegen ihrer Firmeninteressen politische Ziele durchsetzen. Wären unsere Politiker Volksvertreter, so gäbe es da eine kleine Hoffnung. Doch der Wille des Volkes steht nicht auf dem Zettel der Politiker.
So lange die Medien Arbeiter gegen Arbeitslose hetzen, ist das Volk mit sich selbst beschäftigt. Diese Eigenschaft bringt eine Situation, in welcher die Politiker in Ruhe mit den Lobbyisten Lösungen für die Zukunft ausarbeiten können. Wie diese Lösungen [Firmeninteressen] letztendlich aussehen brauche ich hier nicht lang erklären... Und weil sich die Menschen leicht in ihrer Meinung von TV und Presse beeinflussen lassen, befürchte ich sehr, dass dieses simple und doch gute System unerreichbar fern ist. Bildzeitung bildet Millionen...
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Quellen: Wikipedia, Initiative Grundeinkommen und Götz Werner
(11/2009)
Und bitte nicht noch eine solche Wahl...
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