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Der 1-Euro-Job - die Zukunft der Arbeit?
Es gibt viele neue Gesetze und Bestimmungen, mit
welchen die Wirtschaft immer wieder neu konfrontiert wird. Dazu
gehört mit Sicherheit auch die Einführung des 1-Euro-Jobs.
Was der 1-Euro-Job für den Arbeiter, den Betrieb und die
Wirtschaft allgemein bedeutet, darum geht es im Folgenden.
Einen 1-Euro-Job gibt es nur für Empfänger des
Arbeitslosengeld-2 (Hartz-4 oder ehemals Sozialhilfe). Hierbei kommt
kein reguläres Arbeitsverhältnis zustande, wodurch neben der
Pflicht zu arbeiten auch gewisse Rechte in Anspruch genommen werden
können. Dadurch wird auch kein Lohn ausbezahlt, sondern vielmehr
eine Mehraufwandsentschädigung in Höhe von ungefähr
einem Euro.
Wer einen ihm zugewiesenen Ein-Euro-Job ohne wichtigen Grund nicht
aufnimmt oder fortführt, dem wird das ALG II für drei Monate
um 30 Prozent gekürzt, im ersten Wiederholungsfall wird um 60
Prozent, im zweiten Wiederholungsfall um 100 Prozent gekürzt;
jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren wird die Regelleistung schon beim
ersten Mal zu 100 Prozent entzogen. Damit wird deutlich, wo die Sklaven
der Moderne zu finden sind.
Ging man früher deswegen zur Arbeit, weil man dort Geld verdienen
konnte, sich eine Rente ansparte, eine kleine Chance auf einen
beruflichen Aufstieg hatte, geht man heute deswegen zur Arbeit, weil
das Arbeitsamt einen über Sanktionen dazu zwingen kann. Hierbei
gibt es nahezu keine Chance auf einen beruflichen Aufstieg, es gibt
keine Bezahlung im Sinne von Lohn. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass
es einfach deutlich weniger Arbeit gibt, als es Arbeitslose hat.
Die Motivation einer Arbeit nachzugehen, die einem nicht viel mehr
einbringt, als es ein Praktikum auch tut, leidet natürlich sehr.
Ebenso sind es meist sehr niedere unbefriedigende Arbeiten, die ein
Ein-Euro-Jobber zu verrichten hat. Dafür musste ein Unternehmen
zuvor einen Ekel-Zuschlag bezahlen, um überhaupt jemanden zu
finden, der eine solche Arbeit erledigt.
Dies bringt mich auch schon zu der Sicht aus Unternehmer-Seite: Eine
Firma muss immer die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Hierbei sind
viele Unternehmen ins Ausland abgewandert. Andere zahlen für gute
Arbeit noch immer gute Löhne, doch manche Firmen greifen gerne auf
günstige Arbeitskräfte zurück, soweit dies möglich
ist. Und da auch die Firmen die Motivation der Billigst-Jobber kennen,
werden diese entsprechend eingesetzt (Müll lehren, aufräumen,
renovieren, sortieren etc.).
Um weiter Konkurrenzfähig zu bleiben muss nun jedes Unternehmen
niedere Arbeiten an entsprechend niedrig bezahlte Arbeitskräfte
abgeben. Diese sind also durch die gesetzlichen Ramenbedingungen dazu
gezwungen, bei diesem Spielchen mitzumachen.
Die gesetzlichen Bedingungen werden von den Politikern geschaffen.
Dafür bekommen diese "als Dankeschön" schon auch mal ne
Schwarzwälder Kirschtorte auf den Ärmel. Meine Anerkennung an
die Torten-Überbringerin! Wobei ich diese Form des Protests
natürlich strikt ablehnen muss.
(abgedriftet am 24. November 2007)

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