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"...wie Pflaster auf den wuchernden Krebs zu kleben..."
Die neuen Pläne der Bundesregierung zu dem sich mit Wasser füllenden Atom-Salzbergwerk sind grandios. Zuerst hat man den bisherigen Betreiber aus seiner Pflicht entlassen und entlastet. Er hatte ja scheinbar keine Ahnung, womit er seine Millionen machte. Es handelte sich um 126.000 Fässer mit strahlendem Atom-Müll. Doch weil dieser Betreiber ja keine Ahnung hatte, darf er einfach das bisher verdiente Geld behalten, die Bundesregierung bekommt aber das Problem (den Atommüll) zurück.
Dazu wird noch eine kleine formale Änderung vorgenommen: Das Forschungsbergwerk bekommt den Status "atomares Endlager". Der sich mit Wasser füllende Bunker soll zudem versiegelt werden. Dass überall, wo Wasser hineintritt, auch Wasser austreten kann, dürfte jedem Kind bekannt sein. Doch Politiker und Atom-Fachkräfte dürfen weltfremd denken. Deckel druff, auch wenn der Topf ein Sieb ist.
Anstatt zuerst einmal zuzugeben, dass Asse 2 die derzeit größte Bedrohung (neben Biblis und co) für Deutschland ist, unterhält man sich über Datenklau und Hartz-4-Regelsätze. Scheinbar ist die Bedrohung noch immer nicht in den Köpfen vieler angekommen. Es muss wohl erst das Grundwasser in weiten Teilen Deutschlands mit Cäsium137 vergiftet sein, bis es über die Wasserleitungen und den täglichen Kaffee in unserem Kopf bzw. Magen landet.
Scheinbar stimmt dieser Spruch wirklich "Erst wenn der letzte Baum..." . Was das Verbrauchen von Erdöl angeht, so haben die Ölquellen ein begrenztes Vorkommen. Atomare Strahlung ist zwar auch begrenzt, aber schaut man sich die (Aus-)Wirkungen auf den Menschen an, so ist klar, dass der Mensch mit solchen Stoffen besser nicht herumspielen sollte. Wieso ist der Mensch nur so sehr darum bemüht, die Erde unbewohnbar zu machen. Haben wir jetzt doch eine Parallel-Welt gefunden, auf die wenigstens die Coolen unter uns umsiedeln können?
Die Situation erinnert an eine Simpsons-Folge, in welcher Sicherheitsinspektor Homer versucht, viel Geld zu sparen. Die zu Beginn so grandiose Idee will ihm aber irgendwie nicht so ganz gelingen, die böse Mutter Natur macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Zum Schluss bekommt Lisa mit all ihren Befürchtungen recht. Ohne Erdöl können wir überleben - ohne Wasser auch, aber eben nur einen einzigen Tag! Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt, um trinkbares Wasser.
Wann werden endlich sinnvolle Vorschläge gemacht, wie mit dem Atommüll von Asse 2 umgegangen werden soll. Mit dem Versiegeln des Stockes ist das Problem nicht behoben. Dies gleicht dem Versuch eines Arztes, einen Tumor mit einem Pflaster zu verarzten. Der Keller muss geräumt werden.
Was Räumungen betrifft, so legt die Bundesregierung ihre Schwerpunkte diesbezüglich vielmehr auf Jugendfreiräume. Doch die wirkliche Bedrohung sitzt tiefer, viel tiefer. Diese Bedrohung strahlt gelassen der Zukunft entgegen. Deren Räumung dürfte wahrscheinlich etwas teurer werden, als alle Räumungen in Deutschland zusammen. Und da sage noch einer Atomstrom sei günstig....
Dass jetzt die CDU eine Laufzeitverlängerung fordert, zeigt, dass meine Vermutung nicht sooo weltfremd gewesen ist... |
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(10/2008 Quellen: www.Asse2.de uvm)

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