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Augen auf beim Amoklauf
Hilfe, die Killer sind unter uns. Heute sitzen sie noch im
Klassenzimmer und tarnen sich als Schüler. Morgen schon
können sie mit einer Waffe in die Schule stürmen und
auf alles schießen, was sich bewegt. Es entsteht unweigerlich
Panik. Dabei haben wir in Deutschland die schärfsten
Waffengesetze überhaupt. Was kann man da noch tun?
Vielleicht sollten die Lehrer eine zusätzliche Ausbildung in
einem Schützenverein machen, wo sie den Umgang mit der Waffe
erlernen. Dann wird das Tragen einer Handfeuerwaffe für alle
Lehrkörper zur Pflicht und schon kann jeder Lehrer aktiv
mithelfen, einen Amoklauf zu verhindern. Naja, das wäre etwas
einfach, oder? Vielleicht sollte man besonders schweigsame und schwarz
gekleidete Jungs einfach gesondert unterrichten. Nur wäre dies
eine Form von Ausgrenzung, die ja vermieden werden soll.
Eigenbrödler (potentielle Amokläufer) sollten immer
angegrinst werden, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen, man
würde sie nicht mögen. Am Besten fragt man solche
Mitschüler jeden Tag aufs Neue, ob und wann
sie denn einen Amoklauf geplant haben. Verhandle, wieviel Geld Du ihnen
zahlen musst, damit sie Dich nicht erschießen. Und eines ist
ja wohl klar: Verantwortlich für mordende Kinder sind nur
diese brutalen Computerspiele. Besonders Egoshooter machen aus jedem
Gamer einen virtuellen Killer.
Doch wie schafft man es, dass in Schulen endlich Sicherheit und Friede
herrscht?
Das ist ein bisschen, wie mit einem Schwimmbad. Kein Schwimmbad ist
100%ig sicher. In jedem Schwimmbad kann jemand ertrinken oder
anderweitig verunglücken. Eine sichere Schule ist eine Schule,
bei welcher die Türen zugemauert sind. Nur wenn es keine
Schüler mehr gibt, gibt es auch keine Fights und Streitereien
mehr.
Weil das wohl ein Traum der Lehrer bleiben wird, wende ich mich lieber
wieder realen Ideen zu: Eine Schule muss schon beim Bau an einen
potentiellen Amoklauf denken. So muss neben einer 100-prozentigen
Kamera-Ausleuchtung ebenfalls die komplette Schule auf Knopfdruck
eingefroren werden können. Dabei denke ich an eine
Betäubung durch ein ungefährliches Gas, welches bei
einem Amoklauf einfach alle Schulhausbesucher sekundenschnell
betäubt. Damit wäre nicht zuletzt auch der
Täter ausgeschaltet. Natürlich darf kein Giftgas
verwendet werden. Und die Dosierung sollte keinesfalls auf "russisch"
Eingestellt sein. Wir erinnern uns doch noch an die Geisel-Befreiung...
Vielleicht sprengt man einfach jedes Treppenhaus im
Schulgebäude, wodurch der Täter nicht mehr von einem
Level auf das Nächste wechseln kann. Naja, vielleicht kann man
auch über einen starken Magneten an der Decke jede abgefeuerte
Kugel so nach oben Umleiten, dass kein Schuss mehr sein Ziel erreicht.
Naja, genug gesponnen:
Die Lehrer (die Eltern/die Medien)
müssen vermitteln, dass es im Leben eines Menschen nicht
nur auf Leistung ankommt. Wenn ein solches Bild
vermittelt wird, dann bietet dies Raum für eine
gefährliche Weltanschauung. Zum Beispiel kann so der Eindruck
erweckt werden, dass das Leben von behinderten Menschen weniger Wert
sei. Ebenso kann so der Schein erweckt werden, dass arbeitslose
Menschen Versager sind, die keinen Stellenwert in unserer Gesellschaft
haben. Dabei sind wir alle gemeinsam die Gesellschaft.
Und stellt sich auch nur ein Mensch gegen alle Anderen, so funktioniert
die Gesellschaft nicht mehr.
Zukunftsangst zu nehmen sollte das Hauptanliegen einer jeden Lehrkraft
sein. Jeder Mensch (besonders jeder Heranwachsende) muss seine
Stärken und Schwächen herausfinden, diese akzeptieren
und damit lernen umzugehen. Und selbst wenn man schulisch eine
Bruchlandung hinlegt, so gibt es trotzdem eine Daseinsberechtigung und
genügend ausbaubare Fähigkeiten.
Hat nicht auch Albert Einstein in der Schule schwere Probleme gehabt?
Der gesellschaftliche Druck "Mach etwas aus Dir!"
kann eben auch dazu
führen, dass man einen Amokläufer aus sich macht.
Besser man ist wenigstens der Böse, bevor man
überhaupt nichts ist. Und plötzlich wird aus dem
zurückhaltenden Jungen ein Monster, welches der Gesellschaft
all das zurück gibt, was er glaubt, von ihr erfahren zu haben.
Wenn die Angst vor einem gesellschaftlichen Abstempeln als
"verrückt" so groß ist, dass deswegen eine Therapie
im örtlichen Krankenhaus nicht angetreten wird, dann
läuft da mächtig etwas verkehrt. Danke
Gesellschaft...
(geklugscheißt am 03/2009)
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