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Die GASAG-Story 2

Brief vom 25.08.2002

ANDY BAYER   WILDENBRUCHSTRASSE 42   12435 BERLIN

GASAG

Frankfurter Allee 73c
10247 Berlin



Kundennummer: 100 105 XX XX

Sehr geehrte Damen und Herren,


voller Freude habe ich am Sonntag, den 25.08.2002, den Besuch der GASAG, zwei nette Herren Anfang 30, empfangen. Diese Herren klärten mich auf, dass es tatsächlich Psychos (Psycho = Synonym für "psychisch defekter Mensch") gibt, die meine ausgeschweifte Fantasie in die traurige Tat umsetzen. Dies hatte ich zu keiner Zeit (also quasi: NIE) vor. Da Sie mich nicht kennen, können Sie natürlich meinen Humor nicht einordnen, weswegen ich mich für meine beiden Briefe entschuldigen muss: Entschuldigung!

Schluss endlich hätte ich echt doof dagestanden, wenn die Feuerwehr meinen Wohnblock geräumt hätte, um meine Gasleitung zu überprüfen. Wo mein Freundeskreis doch eh schon fast nicht größer zu werden scheint, so hätte diese Aktion garantiert zu einer Reduktion meiner Freunde beigetragen. Auch die Zusatzkosten für die Reinigung meiner Klamotten wären nicht billig geworden, da ich bestimmt ununterbrochen mit fauligen Eiern und Essensresten von meinen Nachbarn beim Betreten und Verlassen meiner Wohnung beworfen worden wäre.

Deswegen bin ich Ihnen dankbar, dass sie von einer solchen Aktion abgesehen haben.

Aber genauso dankbar bin ich Ihnen dafür, dass Sie mich nicht in eine geschlossene Anstalt einliefern ließen. Denn dort wäre ich bestimmt mein Leben lang nicht mehr herausgelassen worden, was ja unter Umständen doch ziemlich lange sein kann. Und da ich ja doch nicht ganz normal bin (trotzdem weit genug entfernt vom Wahnsinn!!!), wäre es echt schwierig geworden, die Psychologen positiv zu beeindrucken.

Wenn ich Sie davon überzeugen darf, dass ich nicht von allen guten Geistern verlassen bin, so lade ich Sie gerne zu einem Bier ein (aber bitte nicht die ganze Besatzung der GASAG!!!)... na ja, vielleicht zahlt doch besser jeder selbst. Wenn da dann die ganze Abteilung zum Bierkonsum antritt, so kann ich nicht mehr meine Miete bezahlen, weil ich ja mein Versprechen einhalten muss und jeden von Ihnen einladen müsste...

Bis zu dem Tag, wenn jeder selbst sein Bier zahlt, verbleibe ich


mit freundlichen Grüßen

Andy Bayer

Übrigens: Mein neuer Herd, der ja so sparsam im Gasverbrauch ist, dass sich nicht einmal der Gaszähler verdreht, ist, so versicherten mir Ihre Herren am Sonntag den 25. August 2002, ein Herd, welcher mit Strom funktioniert. Bei einem E-Herd ist angeblich kein Gas nötigt, was ja dann bedeutet: Strom ist brennbar! Ich glaube, diese neue Erkenntnis könnte die Bewag interessieren...



Brief vom 22.09.2002

ANDY BAYER   WILDENBRUCHSTRASSE 42   12435 BERLIN

GASAG

Frankfurter Allee 73c
10247 Berlin



Kundennummer: 100 105 XX XX

Sehr geehrte Damen und Herren,


nach dem Erhalt des Vollstreckungsbescheides vom Amtsgericht Wedding wollte ich Sie fröhlich an das Fax vom Sozialamt erinnern. Denn aus diesem Fax müsste eigentlich hervorgehen, dass das Sozialamt vorerst meine Schulden Ihnen gegenüber übernehmen wird, damit ich heil über den kalten Winter komme.

Da ich jetzt aber befürchte, dass Sie mir vielleicht schon nächsten Monat das Gas wieder zudrehen könnten, wollte ich Sie fragen, ob Sie mir vielleicht einen Vorrats-Gastank ausleihen können. Diesen könnte ich jetzt, solange ich noch an der Gasleitung hänge mit Gas füllen. Damit könnte ich dann gewisse Durststrecken, wenn mein Gasanschluss mal wieder streiken sollte, leichter überbrücken, was ja gerade im Winter wie HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) für einen geretteten Nichtschwimmer sein kann.

Doch noch besser wäre, so finde ich, wenn ich mir einfach eine Gas-Produktionsmaschine anschaffe und mein Gas selbst produziere. Was mich dabei am Meisten ärgert, ist die Tatsache, dass ich auf diese Idee nicht schon vor vielen Monaten gekommen bin. Denn damit hätte ich mir viel Geld sparen können, welches ich so für den Erwerb des Edlen Rohstoffes Gas ausgegeben habe, wo doch Gas gleich hinter Gold und Silber einzuordnen ist.

Ich nehme an, eine Gas-Produktionsmaschine funktioniert mit normalem farblosen 230V-Strom, wie er in der Steckdose angeliefert wird. Jetzt interessiert mich natürlich die Größe einer solchen Maschine. Kann ich diese neben meinen Gaszähler in die Ecke stellen oder muss ich dafür meinen Keller opfern?

Auch die Anschaffung einer solchen Maschine ist bestimmt eine finanzielle Leistung. Da ja aber Gas so ein wertvoller Rohstoff ist, könnte ich es ja in geleerten Konfitüre-Gläsern auf der Straße neben dem "Shop-Suy" Asia-Shop verkaufen. Damit würde ich bestimmt in Kürze ein lohnendes Geschäft führen, was Ihre Verkaufsbilanz jäh in den Keller fallen lassen würde. Gerade diese Tatsache ist mir nicht wirklich zuwider, aber das verrate ich Ihnen lieber nicht.

Jetzt möchte ich bitte gerne wissen, wo ich mir eine solche Maschine kaufen kann. Denn bei meinem Einkaufsladen Eduscho/Tschibo TCM konnte man mir diesbezüglich leider nicht weiterhelfen. Auch meine heimliche Spionage an Orten, wie beispielsweise in der Glockenturmstraße, haben mich nicht weitergebracht.

Sollte es sich um eine Erfindung handeln, welche Sie nicht preisgeben möchten, so verstehe ich dies natürlich, kann es aber keinesfalls Akzeptieren und müsste Ihnen meinen Zeitaufwand für diesen Brief mit 17,50 Euro in Rechnung stellen.


mit freundlichen Grüßen

Andy Bayer

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© Andy Bayer