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Die Endabrechnung - meine persönliche
What-To-Do-Liste
Brief vom 17.02.2004
ANDY BAYER WILDENBRUCHSTRASSE 42 12435 BERLIN
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Bundeskanzleramt
Willy-Brand-Str. 1
10557 Berlin
Die Endabrechnung - meine persönliche What-To-Do-Liste
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schröder,
also es gibt ja wirklich vieles, was mir gefällt. Leider
gehört das Tun Ihrer Partei seit geraumer Zeit nicht
mehr dazu. Weil aber alle ständig nur rummeckern und
keiner da ist, der Ihnen wirklich helfen möchte, werde
ich Ihnen hier mitteilen, was besser gemacht werden kann und
was Sie meiner Meinung umgehend tun sollten.
Die Agentur für Arbeit (formerly known as Arbeitsamt)
abschaffen.
Dort wird nur kontraproduktiv gearbeitet. Ein Arbeitsloser
wird so lange in Fortbildungen geschickt, bis er erfolgreich
vermittelt werden kann. Doch damit wird ein anderer, der seither
gearbeitet hat, seinen Job los. Im Endeffekt gibt es nämlich
zwei Personen mit den gleichen Fähigkeiten und der gleichen
Produktivität. Wird der Firmenchef nun seinen Mitarbeiter
weiterbeschäftigen oder den geförderten Bewerber
vom Arbeitsamt einstellen und damit über 60 Prozent an
Lohn einsparen?
Diese Frage ist aus ökonomischer Sicht leicht zu beantworten:
Er würde wahrscheinlich die billigere Arbeitskraft einstellen.
Damit ist zwar ein Arbeitsloser vermittelt worden, aber es
gibt auch einen neuen Arbeitslosen. Der finanzielle Unterschied
ist: Vorher finanzierte das Arbeitsamt nur einen Arbeitslosen.
Nachher wird zusätzlich noch ein neuer Arbeiter zu 60
Prozent mitfinanziert.
Subventionen jeglicher Art einstellen.
Insolvente Firmen werden vom Staat subventioniert und gefördert,
anstatt diese Firmen einfach Pleite gehen zu lassen. Natürlich
ist es kurzfristig ein harter Schlag, wenn eine ganze Firma
Schiffbruch erleidet. Wenn jedoch diese eine Firma dafür
belohnt wird, dass sie unökonomisch gewirtschaftet hat,
so werden all jene Firmen bestraft, die nicht vor dem Bankrott
stehen.
Das Ich-AG-Subventionierungsprogramm stoppen.
Bei den Ich-AGs gibt es dieses Spiel wieder. Im ersten Jahr
werden diese Ich-AGs so stark gefördert, dass kein Gewinn
erwirtschaftet werden muss. Damit kann diese Person seine
Dienste kostenlos anbieten. Um Neukunden zu bekommen ist diese
Methode vielleicht nicht einmal schlecht. Was passiert aber
mit all jenen, die sich bereits im zweiten oder dritten Jahr
ihrer Ich-AG befinden?
Sie verlieren ihre Kundschaft an den erstjährigen Ich-AGler
und gehen Pleite. Damit fallen die Pleite gegangenen Ich-AGler
der Gemeinschaftskasse zur Last. Der erstjahr-Ich-AGler wird
ja ohnehin vom Arbeitsamt gefördert.
Mit diesen Tipps kann sehr viel Geld eingespart werden.
Ich glaube sogar, dass mit diesen Tipps so viel Geld eingespart
werden könnte, dass man die Steuern locker auf 36 Prozent
senken könnte. Dann würde sich das Unternehmen Deutschland
selbst heilen. Es wäre mehr Geld zum ausgeben da und
die Wirtschaft würde stark sein. Gleichzeitig wäre
der Wirtschaftsstandort Deutschland so attraktiv, dass auch
die Arbeitslosenzahlen sinken würden.
Hier noch einige Tipps das Personal betreffend:
Manfred Stolpe feuern.
Er hat für die Bundesrepublik ein Mautsystem eingekauft,
welches nicht funktioniert. Doch anstatt nach dem Fehlkauf
dieses Mautsystem umzutauschen und sein Geld zurückzufordern,
lässt er jegliche Umtauschfristen verstreichen. Also
wenn er etwas Gespür (Talent) für seinen Beruf hätte,
so würde ihm ein solcher Fehler nicht passieren. Ich
weiß nicht, wie man sich noch mehr übers Ohr hauen
lassen kann. Also mittlerweile möchte ich ihm selbst
gerne eine übers Ohr hauen.
Ulla Schmidt feuern.
Sie hat ganz Deutschland eingeredet, dass die magischen 10.-
Euro das erkrankte deutsche Gesundheitssystem heilen würden.
Dabei lindern diese 10.- Euro noch nicht einmal. Die Kranken-kassen
haben Mehrkosten, weil ein neuer Verwaltungsaufwand eingetreten
ist. Die verhofften Einsparungen (Beitragssenkungen) bleiben
aus.
Obendrein schadet Frau Schmidt damit der Wirtschaft. Denn
jetzt muss jeder Bürger einen Not-groschen für Arztbesuche
und Medikamente in der Tasche haben. Dadurch gibt jeder noch
weniger Geld aus und die Wirtschaft bleibt vollends ganz stehen.
Nur die Leute können zum Arzt gehen, die es sich leisten
können. Nur diejenigen schlucken Medizin, die Geld dafür
haben. Dank dieser Reform kann man jetzt getrost darauf warten,
dass die Kranken-versicherungspflicht in Deutschland voll
ganz aufgehoben wird. Dann wird der Arzt bei einem Unfall
zuerst auf die Kreditkarte schauen, anstatt wie seither auf
den Verletzten und wir sind mit der Zehn-Euro-Ulla-Idee wieder
im 16. Jahrhundert angekommen.
Ulla Schmidt sollte man vielleicht auch noch eine übers
Ohr hauen.
Jetzt will die Gute die freie Arztwahl abschaffen. Damit würde
sie die Ärzte bestrafen, die sich gewissenhaft einen
festen Kundenkreis aufgebaut haben. Also wenn sich so deutlich
abzeichnet, dass jemand nicht weiß, was sie tut, sollte
man sie wirklich besser feuern. Normalbürger werden bei
solchen Symptomen oft schon in eine geschlossene Heilanstalt
verfrachtet. Gewisse Grundrechte können nicht ständig
mit Füßen getreten werden, egal, ob es nun das
Recht auf ärztliche Versorgung oder um das Recht frei
seinen Arzt wählen zu können geht.
Danke, dass Sie einer lauten Stimme aus dem Volke Ihre Zeit
gewidmet haben.
Danke auch, dass Sie mir meiner offenen Kritik wegen nicht
böse sind.
Einen angenehmen Tag, viel Spaß und viele Grüße
Andy Bayer
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