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Griechenland: "Tod oder Freiheit"

Europa hat eine eigenartige Methode Ländern zu helfen, die in Not geraten sind: Es wird großzügig Geld verliehen, welches an einige Verpflichtungen und Regel-Änderungen geknüpft wird. Diese Regeln werden diktatorisch vorgegeben und stehen nicht zur Diskussion. Hilft so nicht auch die Mafia in Not geratenen Ladenbetreibern? Dass sich die einzelnen Regeln natürlich unterscheiden, ist klar. Was jedoch niemals passieren darf, ist, dass das Volk ein Mitspracherecht in politischen Fragen erhält. Da ist die Obrigkeit sehr sensibel.

Ich habe befürchtet, dass es nicht um die Interessen des Volkes gehen könnte, wenn Europa Griechenland Geld geben will. Ein Zeichen dafür war für mich der Börseneinbruch des DAXs, als Papandreou lediglich ankündigte, dass er sein Volk über die Annahme des Euro-Rettungspaketes abstimmen lassen wolle. Dazu kam der Umgang in den Medien: Anstatt sich darüber zu freuen, dass Demokratie vom Volke ausgeht und genau so umgesetzt werden sollte, kommt die Meldung, dass wegen dem angekündigten Volksentscheid in Griechenland an der Börse eine Talfahrt entstand. Es wurmt mich und ich finde es höchst fraglich: Darf sich die (deutsche) Börse derart in politische Entscheidungen einmischen? Sollte es nicht um die Menschen vor Ort gehen?

Griechenland Akropolis

Ich bin verwirrt, habe aber das Gefühl, dass die helfende Hand aus Brüssel, Straßburg oder Luxemburg in der einen Hand das Geld hinhält, in der anderen Hand eine Keule schwingt, die sich aus Verbindlichkeiten und damit verbundener Entmachtung der griechischen Staatsführung zusammensetzt. Der Wahlspruch Europas "In Vielfalt geeint" könnte da irreführend sein. Geht es doch eigentlich um ein Europa und ein EU-Recht, welches über dem Recht eines Landes steht, dann geht es doch nicht um Vielfalt, sondern um Einheit, oder etwa nicht?

Wenn es darum geht, wieder ein Schritt hin zu dem Motto Alle Macht dem Volke zu gehen, so ist es sicher nicht verkehrt, das Volk in politischen Fragen einzubeziehen. Doch wenn Griechenland jetzt das Volk fragt, ob es ein in den Medien nur als "hilfreiches Rettungspaket" dargestelltes Geschenk überhaupt annehmen will, so ist das eigentlich eine verspätete Frage an die Griechen, ob sie in einem Boot sitzen wollen, welches nicht von Griechen gesteuert wird, sondern von einem weit entfernten Steuermann-Rat in Brüssel. Ja zu Europa? Diese Frage birgt viel Sprengstoff in sich.

Es gibt sicher einige gute Gründe, ein scheinbar nur gut gemeintes Geschenk abzulehnen.
Das Gegenteil von gut ist eben gut gemeint! Während mir die Hymne "Freude schöner Götterfunke" im Kopf herumschwirrt, frage ich mich, ob die griechischen Götter wirklich in Brüssel, Straßburg oder Luxemburg sitzen. Vielleicht sitzen sie doch irgendwo viel näher um die Akropolis herum und picknicken? Volksnahe Politik kann eigentlich nur von Volksvertretern umgesetzt werden, die dem Volk auch tatsächlich nahe sind.

Ich würde mir wünschen, wenn das griechische Volk befragt wird, ob es den Pakt mit Europa eingehen möchte, es den scheinbar rettenden Helfern eine Schelle verpasst, die sich gewaschen hat. Dies würde zeigen, dass man es in einer Demokratie nicht nur den Banken, Bankern oder Börsianern recht machen muss. Naja, zumindest dann nicht, wenn man sein Volk mag! äh, ich meine: fragt!

Die Freiheit stirbt ja angeblich mit Sicherheit. Stirbt die Freiheit eines EU-Landes also mit europäischer Sicherheit? Haben die Griechen vor, Europa einfach zu verlassen, weil es viel zu teuer und komplex ist? Kann Europa eine volksnahe Politik überhaupt praktizieren? Oder dient Europa nur einigen großen Firmen, nicht aber dem Volke (egal welchen Landes)?
Fragen, worauf ich keine Antwort weiss...
Aber wer sein Volk fragt verdient meinen Respekt!

Das seltsame darf nicht fehlen: Während man einem Präsidenten vertrauen sollte, der sein Volk fragt, passiert laut Medienberichten mit Papandreou genau das Gegenteil: Mehrere Abgeordnete sollen gesagt haben, dass sie Papandreou kein Vertrauen mehr aussprechen würden. Weil ich gewiss total weltfremd bin (besonders in politischen Dingen), vermute ich natürlich eine nicht verfassungskonforme EU-Entscheidungshilfe (so mit Geld und so), die zur Entmachtung des griechischen Präsidenten führen soll...
Dies ist natürlich nur meine Phantasie! Es tut mir leid, aber sie steht mir bei unlogischen Dingen immer hilfreich zur Seite ;-)  

Auch wenn der Plan nicht aufging, den Präsidenten direkt zu entmachten, so hat es doch dazu geführt, ihn zu einem Rücktritt zu bewegen. "Alle Gefahr geht vom Volke aus!" Wehe dem, der es sich traut, sein Volk zu befragen...
(11/2011)

go up again

Meine Briefe sind oft jenseits irdischer Logik. Dies tut mir nicht leid, führt aber dazu, dass manchmal der Leser keinen Sinn in solch einem Brief findet. Dies ist wiederum sehr zu bedauern. Jedenfalls lasse ich fast keine Peinlichkeit aus, um einer Firma, einem netten Menschen oder einem Politiker etwas überaus Wichtiges mitzuteilen. Meist ist dies jedoch nur mir wichtig, aber who cares?

Meine Briefe sind jedenfalls nicht 100% ernst gemeint. Wer zu dieser Art von Humor keinen Zugang hat, kann auf dieser Website leider nicht besonders oft schmunzeln. Und da sich das Schmunzeln auf den Menschen gesundheitsfördernd auswirken soll, ist dies mein erklärtes Ziel. Deswegen: lest meine Briefe!

Crazy Andy

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© Andy-Bayer

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